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Mind the Gap. Pensionsfonds unver-Blümt.
Vorstand vom Bankhaus Rott
Sichere Renten und zukünftige medizinische Versorgung sind ein großes politisches Versprechen. Wie es auch bei anderen, weit in der Zukunft liegenden Ereignissen der Fall ist, wird viel versprochen. Man muss es ja nicht selbst einhalten. Ein schön dokumentierter Fall sind die Versorgungsansprüche in den USA. Hier öffnet sich die Schere zwischen versprochener und möglicher Leistung zusehends. So wurde kürzlich eine gut $1000 Milliarden große Deckungslücke im Pensions- und Gesundheitsvorsorgesystem ermittelt...

Follow up:
Werden sämtliche Ruhestandsleistungen aggregiert betrachtet, so haben die Kassen der einzelnen Bundesstaaten – das System in den USA ist wie bei der Arbeitslosenversicherung auf Bundesstaatenebene organisiert – etwa $2350 Mrd. an Assets, sprich an Rücklagen. Die bis dato versprochenen Leistungen repräsentieren einen Gegenwert von aktuell $3350 Mrd. Die Daten zeichnen, das sollte gesagt werden, eher ein zu positives als ein zu negatives Bild der finanziellen Ausstattung, da einige Staaten die kompletten Investmentverluste des Jahres 2008, die in 2009 vor allem bei illiquiden Assets nur zu einem geringen Teil wieder wettgemacht wurden, noch nicht vollständig in ihren Berichten erfassen. Die Mühlen mahlen langsam.
Im Grunde, das zeigen die Trends der Unterdeckung, begannen die Probleme bereits zu Beginn des neuen Jahrtausends. Ein weiteres Indiz dafür, dass bereits damals ein großer ökonomischer Zyklus endete. Der einsetztende langfristige Abschwung wurde durch den im Wesentlichen mittels künstlicher Stimulantien angefachten Immobilienboom in den Vereinigten Staaten lediglich notdürftig überdeckt. Ein Makel, der noch aus der Welt der 90er Jahre zu stammen scheint, sind die von den Pensionsfonds angesetzten Renditeerwartungen. Hier ist scheinbar die Hoffnung die Mutter der Prognosen.

Ertragserwartungen der Pensionsfonds
Die Erwartungen pendeln um die Marke von jährlich 8%, ein ebenso ambitionierter wie unrealistischer Wert, wenn man von einer durchschnittlichen Managementfähigkeit und keiner allzu aggressiven Portfolioausrichtung ausgeht. So war etwa mit Dividendentiteln zwischen 1965 und 1985 genauso wenig zu verdienen wie in der vergangenen Dekade. In den 60ern gab es für 10-jährige Staatspapiere dazu im Mittel weniger als 6%. Heute rentieren die US Staatsanleihen zwischen 3,6% (10 yr Treasuries) und 4% (30yr).
Die Erfahrungen mit Hypothekenverbriefungen und Private Equity Beteiligungen haben auch nicht eben zur positiven Rendite beigetragen. Die Werte kommen Ihnen vielleicht bekannt vor, da auch im deutschsprachigen Raum mit ähnlichen Zahlen operiert wird. Eine übliche von Banken geäußerte Dax Prognose errechnet sich in der Regel aus aktuellem Kurs mulitpliziert mit 1,08 und einem leicht positiven oder negativen Fehlerterm. Das Ganze verpackt man dann mehr oder weniger eloquent in ein paar Brocken Wirtschaftssprech und fertig ist die Laube.
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