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Goldbarren mit hartem Kern
von Hans Jörg Müllenmeister
Zuletzt kolportierte man, dass hunderte Tonnen von Goldbarren aus USA kommend, „gelogen“, seien. Im Kern stecke das wesentlich preiswertere Wolfram. Erschreckte Gemüter sahen bereits durch diese Goldbarren-Falsifikate den Goldpreis in den Keller stürzen...
Follow up:
Wer sich aber in der Mineralogie auskennt, weiß natürlich, dass Wolfram sehr widerspänstig beim Schmelzprozesse ist, denn das Metall aus der Chromgruppe schmilzt erst bei 3407°C. Bei dieser Temperatur hat sich Gold bereits in seine Atome verflüchtigt, und das schon bei 2940°C. Das müssen also Vollprofis sein, die erst einmal einen Wolframbarren überhaupt herstellen können. Eben mit all den Eindrücken, die ein Goldbarren bietet, nämlich mit Feingewichtsangabe, Hersteller, Material, Gewicht. Dann erst kann an einen galvanischen Überzug aus Gold gedacht werden. Das aber ist die leichteste Übung.
Sei’s drum. Nun liegt ein fraglicher Goldbarren vor Ihnen. Frage: Wie erkennen Sie die Echtheit? Da sich Wolfram in seiner Dichte nur in der Stelle hinter dem Komma von Gold unterscheidet (19,26 : 19,32), ist es zwecklos, Gewicht und Abmessungen zu prüfen.
Klar, der Härteunterschied zwischen den beiden Metallen ist extrem: Mohshärte 7,5/2,5. Aber Sie dürfen ja bei keinem Test den Barren verletzen. Halt, da gibt es ja das unterschiedliche Verhalten der beiden Metalle in einem Magnetfeld: Wolfram ist paramagnetisch, es wird von einem Magnetfeld angezogen; Gold ist diamagnetisch und wird aus einem Magnetfeld abgestoßen. In der Praxis ist dieser Test aber wenig zielführend, denn Sie brauchen schon ein sehr starkes Magnetfeld.
Welche Materialeigenschaft könnte das Falsifikat enttarnen? Es ist die Schallgeschwindigkeit, denn der Schall breitet sich sehr unterschiedlich schnell aus, nämlich fast um Faktor drei. Au: 1740 m/s; W: 5174 m/s. Aber keine Angst, Sie brauchen keine komplizierte Messung der Schallgeschwindigkeit in den Metallen vorzunehmen.
Es funktioniert viel einfacher. Als ich einmal vor einigen Jahren vor dem Problem stand, habe ich einfach den fraglichen Barren mit den Fingern angeschnippt und dafür erstaunte Blicke geerntet. Das ist aber keine Hexenkunst, denn Wolfram antwortet darauf mit einem wesentlich helleren Klang (PLING!!!)als das in sich ruhende weiche Gold. (PLONG!!!) Freuen Sie sich schon darauf, wenn man Ihnen bald einen vergoldeten Wolframbarren andrehen will. Mit dieser Information sind Sie Ihrem feinen Geschäftspartner einen Fingerschnipp voraus!
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15 Kommentare
Ich denke es wäre aber nicht zwingend erforderlich, zur Herstellug einer Fälschung einen Wolframbarren zu gießen der anschließend galvanisch vergoldet würde. Ein einfacher Wolframblock der bei der Barrenherstellung eingegossen würde täte den gleichen Zweck, natürlich bei erheblich höherem Einsatz von Gold aber immer hin doch deutlich weniger Gold als beim Massivbarren ;-)
Bleibt für mich nur die Frage: Wie klingt Silber?
Lautmalerisch antwortet Silber, da es in Bezug auf seine Ausbreitungsgeschwindigkeit dazwischen liegt, eindeutig chinesisch mit "Pliong".
V = 3100 m/s.
Danke Euch für die Klänge der Zukunft :-)
Ist das Zufall mit dem asiatischem PLIONG!!! ?
Mhmm … wohl nicht. "Man" sagt doch … die Chinetzen (frei nach Paul Panzer) denken und planen doch sehr langfristig …
Wolfram liegt auch nicht an jeder Straßenecke rum. Große Wolframitlagerstätten: Südchina, Korea, Burma, Malaysia und im Grenzgebiet Portugal/Spanien, sowie Kanada und Japan. Hochthermal in den Zinnprovinzen Bolivuiens und Colorado (USA). Andere Wolframerze eher untergeordnet. Ich würde behaupten, die höchste Herkunftswahrscheinlichkeit des Hartkernes erwartet man aus Asien. Das sollte man an den Spurenelementen auch bei extrem geringen Anteilen durchaus klären können. Die Werkstoffkundler und vielleicht auch Mineralogen hätten mit Sicherheit das Instrumentarium.
An Andreas: Die Chinesen haben eine besondere Affinität und Ethik zu Gold. Bereits eine 18-karätige Au-Legierung ist für sie unterste Schublade. Aber denken wir uns einmal in einen staatl. Profifälscher hinein. Der nimmt sicher Wolfram-Puder, das er sintert, dann folgt die gegossene Goldummantelung mit den Punzierungen. Klar, die Sache ist vor allem bei 400-Unzen-Barren ergiebig, wenn Staaten andere Staaten damit „heimsuchen".
Ich würde zuerst einen Kernbarren aus einem Gold-Wolframgemisch herstellen in dem ich so viel wie möglich Wolframgranulat mixen würde. Danach kommt die Goldummantelung mit entsprechender Stärke.... und dann soll erst mal jemand mit ping oder plong kommen....
Jedoch,an wirklich echtes Gold, kommt man am sichersten, wenn man selbst Goldwaschen erlernt.
Das einzige Problem daran ist, man wird nicht 200 Jahre alt, bevor man einen 400 Unzenbarren zusammen hat ;-)
Soweit ich es verstanden habe sind die Falsifikate bei den 31 KG Goldbarren aufgetreten. (Von denen habe ich natürlich nur sehr wenige im Keller liegen.) Nein, ernsthaft: Gibt es Belege/Hinweise über Verfälschungen bei anderen gegossenenen Barren? Wären gestanzte Barren ebenso davon betroffen? Und wie hoch schätzen Sie den Aufwand ein, Bullioncoins zu fälschen? Soll heißen: Ein Krügerrand mit "Barrack Obama" auf dem Avers würde auch mir zu denken geben.
So mal nebenbei,
wann wird es denn gefährlich, das "fälschen" der 400 uz Barren? Spätestens dann, wenn ich damit, meine Brötchen bezahlen möchte, und der Bäcker darauf besteht, dem Einschmelzvorgang und der tatsächlichen Gewichtsermittlung beizuwohnen.
In Arabischen Ländern, kann das einen Zeh, die Hand oder je nach Gewichtsverlust auch den Kopf kosten. Einfaches auspeitschen hilft auch, je nachdem wie das Gold verunreinigt wurde, erhält man mehr oder weniger, auch Klänge, die die Echtheit oder die angegebene Zusammensetzung betonen. Hierbei ist der Stempel maßgebend, der eingeprägt den Anteil an Au(a) bescheinigt.
Wir reden ja momentan über einen Klang, der pro Stück (999) ca. 416.000 $ klingen lässt. Ich hab diesen noch nicht gehört. Mir fehlen empirisch ermittelte Vergleichswerte.
LG holger
Bullioncoins sind davon nicht betroffen, da kann ich Sie beruhigen. Alles ist eine Frage des Aufwands. Fälschungen lohnen sich nur bei Großbarren, ja sie ist da überhaupt erst durchführbar. 1000-Unzen-Barren sind nur die "Einkellerkartoffeln" der Großen.
woher kommt ihr naturwissenschaftliches Wissen gepaart mit volkswirtschaftlichen Kenntnissen, bzw. welche(s) Ausbildung/ Studium haben Sie bestritten?
Gruß
Studium: Elektrotechnik,
Studium /Praxis: Diamantensachverst.
Edelsteinkunde,Feinmechanik,Techn. Redakteur,Graphologie. Habe nur etwas gelesen, mich ein wenig in der Welt umgeschaut und mich dabei in Menschen hinein gedacht. Das ist alles.
Silberbugs kopflos zu machen. Den wie schon das Wort sagt sind Gold- und Silberbugs Überzeugungstäter, die solche jämmerlichen Spielchen leicht durchschauen.