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Gottes Werk und Teufels Beitrag
von Frank Meyer
Es muss einen mächtigen Rumms über den Wolken gegeben haben, als die Götter am Wochenende die „Sunday Times“ gelesen haben. Lloyd Blankfein ist gerade auf Charming-Tour durch die Welt und gibt Interviews, wie neulich am Wochenende. Er verteidigt die durchschnittlichen Gehälter, die im Hause Goldman Sachs gezahlt werden – 700.000 Dollar pro Angestellten. Und ganz nebenbei tritt er von einem Fettnapf in einen anderen...
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Im Jahr 2009 läuft die Party an den Märkten wieder. Gebrüder Lehman und der Bär aus dem Hause Stearns sind vergessen. Die Banken erholen sich mit dem Geld der Steuerzahler, das als Anreiz für Wachstum in die Realwirtschaft gefeuert wird. Mit frischem Geld bewegen die „Investoren“ mit ihrem unglaublichen Anlagenotstand wieder Billionen, während Millionen als Bonus in ihren Taschen verschwinden. Zugleich garantieren wir selbst für unsere Einlagen und die derer, die auf Partydroge sind. Man muss sich keine Sorgen machen und kann am Wochenende gemütlich die Zeitung lesen – unter anderem ein Interview in der „Times“ (Quelle)
"Wir helfen Unternehmen, die wachsen wollen, bei der Aufnahme von Kapital. Wachsende Unternehmen wiederum schaffen Wohlstand. Wir dienen also einem sozialen Zweck", sagte Blankfein und fügte hinzu. "Ich bin bloß ein Banker, der Gottes Arbeit verrichtet."
Wie viel Zynismus verträgt ein Mensch? Nicht dass ich es wüsste. Solange er satt ist und seine täglichen Urbedürfnisse befriedigen kann, unendlich viel, möchte man meinen. Die Kommentare auf das Interview sind beißend. Im Himmel werden die Götter zusammengezuckt sein – aus Angst vor Goldman Sachs. Vielleicht gibt es auch besprachen mit dem Vatikan. Benedetto wird sicherlich in die Basilika gestolpert sein, um für das Seelenheil dieses Mannes gebetet haben. Oder hatten sie zuvor telefoniert?
Blankfein for Papst
In der Tat. Blankfein ist einer der mächtigste Banker der Welt, neben seinen Kollegen aus der FED und den Kumpels in der Regierung. Man kennt sich. Man hilft sich. Was hat Goldmann Sachs so mächtig gemacht? Ganz einfach, schrieb Matt Taibbi im Frühjahr in einem Artikel für das Magazin „Rolling Stones“.
„Das allererste, was man über Goldman Sachs wissen muss, ist, dass sie überall sind. Die mächtigste Investment Bank der Welt ist eine große Vampir-Krake, die sich über das Antlitz der Menschheit gestülpt hat und ihren Saugmund unablässig überall dorthin steckt, wo es nach Geld riecht.“
„Wenn man sagt, dass sich Amerika gerade im Abfluss dreht, dann hat Goldman Sachs einen Weg gefunden, dieser Abfluss zu sein.“
Göttlich ist seine Arbeit nun wirklich nicht. Keine Bank verschenkt Kredite. Nirgendwo. Aber sie leihen sich heute Geld, das kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Dafür sorgen die Freunde in den Zentralbanken. Mit dem Akt der Geldschöpfung vergeben Banken ein Vielfaches dieses Geldes wieder an Kreditnehmer, die damit Investitionen tätigen – ob erfolgreich oder nicht. In einem gesättigten Markt mit übergroßen Kapazitätsüberhängen in den etablierten Wirtschaften bedarf es schon eines einiger Anstrengungen und Tricks, um die Blasenmaschinen am Laufen zu halten. Doch es geht um mehr. Es geht um Macht. Wie das funktioniert, ist im Artikel von Matt Taibbi nachlesbar. Man sollte ich etwas Zeit dafür nehmen. (Klick)
Kleines aktuelles Beispiel: Goldman Sachs steht in den letzten Tagen als Teil eines Konsortiums in der Presse, das das deutsche Stromnetz für Peanuts übernehmen will. (Quelle) Sicherlich für einen guten Zweck. Ich bin gespannt, wo sich der Einlass des Abflussrohrs demnächst auftut, wenn für den Bezug von Strom eine Gebühr fällig wird. Wieso diese Klimahysterie? Wegen der Eisbären am Pol oder den möglichen Gewinnen aus einer neuen Blase? Wann verkaufen wir unser Straßennetz?
Bereinigung vertragt
Jetzt, wo die Krise offiziell abgesagt wurde und sich Wirtschaftsdaten mit Pluszeichen einkleiden, fragt man sich, wie viele Billionen beim nächsten Problem locker gemacht werden müssen. Billiarden? Die Krise ist vertragt, mit Wiedervorlage in Monaten oder Jahren. Und Banken wissen, wie es funktioniert. Dieses Mal musste man nur an die Steuertöpfe heran und war überaus erfolgreich. In einer Phase der Entspannung und dem ach so optimistischen Gefühl, Gottes Arbeit zu erledigen, entfährt einem schon mal so ein Satz, möchte man meinen.
Dabei wurde das Problem nur verschoben, auch wenn keiner sagen kann für wie lange das ohnehin fragile und in die Jahre gekommene Geldsystem aus Kredit und Vertrauen halten wird. Zins uns Zinseszins werden den Rest erledigen, so wie früher in den anderen Jahrhunderten. Die Zeche werden die kleinen Arbeiter im Weinberg des Herrn zahlen – so wie immer. Herr Blankfein wird meine Seite nicht lesen. Vielleicht schickt ihm ja jemand diesen Rat - obwohl, der gilt ja nicht für ihn.
1. ...Du sollt keine anderen Götter haben neben mir
2. Du sollst den Namen des Herrn ... nicht missbrauchen
3. Du sollst den Feiertag heiligen
4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren
5. Du sollst nicht töten.
6. Du sollst nicht ehebrechen.
7. Du sollst nicht stehlen
8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden ...
9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib.
In Laufe der Geschichte haben sich viele für göttlich gehalten. Wir wissen, was mit ihnen geschehen ist. Als sie den Bogen überspannten, wurden die da oben wach und schicken den Rest da unten los. Dann wird es vielleicht angesichts des 20. Jahrestages des Mauerfalls heißen: „Wir lieben Euch doch alle“.
Nichts ist unendlich – auch nicht die Position mitten in einem Abflussrohr.
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17 Kommentare
Das Gleiche gilt wohl für gewisse Bänker.
Da wünscht man sich doch, dass es wirklich einen Gott gibt, damit er solchen Typen mal seinen "Stinkefinger" zeigen darf, denn Spass sollte es auch im Himmel geben.
Komm Frank, einer geht noch:
Und die Priester samt ihrem Haufen sind wie die Räuber, so da lauern auf die Leute und würgen auf dem Wege, der gen Sichem geht; denn sie tun, was sie wollen.
sprachlos, dieses bin ich nun.
auf der EMMesse zu München war ein Vermögens-Verwalter von einem Bistum, netter älterer Mann, und bin mir seitdem ich mich mit ihm unterhalten habe und konnte, immer noch nicht schlüssig, wer welche Rolle zu spielen hat.
Ich weiß nur eines, mir tun die Füße immer noch weh.
Der Satz dieses Goldmannes ist die Unverschämtheit des Jahrhunderts. Erst zettelt die Bande eine Krise an und dann darf sie uns noch auslachen, dafür das wir zahlen. Wo die wirklich stehen, das zeigt der Leitzins USA 0,25 %, jede Interpretation überflüssig, sie sind bankrott, die Banken, der Staat. Literaturempfehlung:
Samirah Kenawi
Falschgeld, Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit
Ich habe einige Zitate gelöscht, deren Herkunft ich nicht kenne, die nicht belegt sind und deren Inhalt ich hier auf dem Blog nicht dulde, die mit dem Inhalt des Beitrags nichts zu tun haben.
erledigt
"Wir helfen Unternehmen, die wachsen wollen, bei der Aufnahme von Kapital. Wachsende Unternehmen wiederum schaffen Wohlstand. Wir dienen also einem sozialen Zweck", sagte Blankfein und fügte hinzu. "Ich bin bloß ein Banker, der Gottes Arbeit verrichtet."
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Da klickt man freudestrahlend Franks Seite an, um seine neuesten Gedanken aufzunehmen, und es erfasst einen unvermutet. Zum Glück besitzt mein Stuhl eine Lehne, sonst wäre ich nach einer Seite umgefallen. Mein Kopf landete zwar einige Male in der Tastatur, ein Stück aus dem Schreibtisch fehlt auch jetzt, aber der Schockzustand, in den ich verfallen bin, der hat sich jetzt wieder gelegt.
Ich habe mich gefragt, welche Tastatur der Frank wohl hat, die solche Aussagen, wie sie der Herr Banker da abgelassen hat, überhaupt aufnimmt? -
Ich wusste ja, dass sich alle Begriffe total geändert haben, man einige überhaupt nicht mehr wieder erkennt, aber das ein Banker Gottes Arbeit verrichtet, das war mir vollkommen neu!
Nein, nein, nein .......... oh je, es beginnt schon wieder.
Gruss und allen einen beschwerdefreien Tag.
Christel
Ob man sie auch Godman Sachs nennen darf? - ohne diese störende L?
treffend kommentiert von WL auf den Nachdenkseiten:
Eine Perversion des calvinistischen Glaubens, dass persönlicher Gewinn Gottgefälligkeit im Diesseits beweise. Dieser Größenwahn belegt nebenbei, dass diese Banker mit ökonomischem Sachverstand nichts mehr zu tun haben.
echt Klasse was? Nur ruhig blut. Die wollen nur spielen, die beißen nicht, die saugen nur. Vampires. The godmans of sucks.
Gegen Dreckfehler kann keiner etwas einwenden. Das passiert selbst den Mächtigsten. Schau doch nur, welche Zahlenangaben oft gemacht werden. Es sind lauter Versehen.
Und wenn es heisst: "Die Krise ist vorbei", dann hat man das "nicht" vergessen.
Ich korrigiere das meistens gedanklich.
@Holger
Ich weiss, die wollen nur unser Bestes. Ich ordne das schon passend ein. Anders kommt man ja mit den Nachrichten nicht mehr klar.
Einen schönen Tag
Christel Ruhigbluth
Man verrichtet sogar Teufels Werk im Sinne Gottes. Welche Gedankenverwirrung und welche Perversion muß da bereits vorhanden sein? Der Teufel hat da bereits ganze Arbeit geleistet.Soweit erfüllt sich ja fast eine Prophezeiung nach der anderen.Die Banker bekommen gerade die ganze Welt geschenkt. Was erfüllt sich als Nächstes?