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Merkel-würdiges – und was sonst noch geschah...
von Frank Meyer
Just in dem Moment, wo unsere Kanzlerin in Washington vor dem Kongress sprach, ging der Goldpreis auf ein neues Allzeithoch – bzw. der Dollar stand gegenüber dem Gold noch nie so peinlich nackt da wie heute. Die Abgeordneten der beiden Kammern erhoben sich und applaudierten. Wir wissen nur nicht, ob es mit der Rede unserer Kanzlerin zu tun hatte oder weil ihre Blackberrys angesprungen waren und auf den Goldpreis hinwiesen. Wir werden es wohl auch nie erfahren...
Follow up:
Gold war das eine Thema, Warren Buffett das andere. Was macht der 79-jährige? Zu vermuten wäre, dass er sich und seine Anleger in seinem Fonds „wetterfest“ macht.
Warren Buffet ist ein Fuchs, und ein besonders Kluger dazu. Er kauft sich zu Weihnachten eine Eisenbahn, eine, die man wirklich anfassen kann – für 44 Milliarden Dollar. Eine stolze Summe für die Übernahme einer der größten US-Eisenbahngesellschaften, der Burlington Santa Fee (BNFS). Mit 3,2 Milliarden Dollar hat er sich 2007 einen Anteil von zehn Prozent gekauft. Inzwischen beträgt sein Anteil 22,6 Prozent. Den Rest kauft er jetzt. Das 1995 aus einem Zusammenschluss von Burlington Northern Railroad und Atchison entstandene Gebilde befährt 52.000 Kilometer, besitzt 80.000 Kilometer Gleisen, 5.900 Lokomotiven, 82.000 Güterwagen, beschäftigt 16.000 Mitarbeiter. 2008 machte BNFS 18 Milliarden USD Umsatz und einen Vorsteuergewinn von 3,4 Milliarden USD. Im kommenden Jahr wird ein Gewinn von 5,51 USD pro Aktie erwartet.

Buffett liebt solche Wetten, sagte er. Die einen meinen, er setzt damit auf die wirtschaftliche Erholung der USA. Andere sagen, er investiert in echte Werte, in welche, die immer gebraucht werden, wenn es den Dollar vielleicht gar nicht mehr gibt. Die Weichen dazu werden in Regierung in Notenbank ja gerade gestellt.
"Die Eisenbahn spielt eine Schlüsselrolle für das Wachstum in den USA und sie wird aufblühen, wenn es wirtschaftlich wieder aufwärts geht"... "In den kommenden zehn, zwanzig und dreißig Jahren wird das Volumen im Gütertransport steigen."
Burlington - Chart

Die Frage wird sein, was auf diesem Streckennetz alles transportiert wird. Kohle ist einer der Stoffe, der überall in den USA gefördert wird. Die Wenigsten wissen, dass es in den Vereinigten Staaten mehr Kohle gibt als in den saudi-arabischen Ländern Erdöl. Buffett hat sich in den letzten Jahren im Energiesektor breit gemacht, Dinge gekauft, die man braucht und versteht. (der alte Fuchs) Und nun kauft er sich die Versorgung seiner Unternehmen ein. Clever. Inzwischen exportiert die USA auch Kohle. Arch Coal beispielsweise beliefert seit September China und steht mit anderen asiatischen Ländern in Verhandlungen.
44 Milliarden USD entsprechen in etwa der vierfachen Menge des in einem Jahr geförderten Silbers. Buffett war schon mal im Silbermarkt engagiert. Er besaß 130 Millionen Unzen, verkaufte sie aber, wie sich zeigt viel zu früh. Zufälligerweise startete vor einigen Jahren der erste Silber-ETF mit 130 Millionen Unzen Silber. Zufall? Hat sie Buffett verloren? Dieses Gerücht, dass sie Buffett „abgenommen“ wurden, macht seit einigen Jahren die Runde.
44 Milliarden USD entsprechen heute 40,6 Millionen Unzen Gold, einer Menge von 1.262 Tonnen und damit der Hälfte der Weltjahresförderung. Der IWF teilt heute mit, dass er Indien 200 Tonnen Gold für 6,7 Milliarden verkauft hat. Der dumme IWF! Papier nahm ich für Edles...

Warren Buffett hätte gar kein Gold kaufen können und schon gar kein Silber, ohne die Schweißperlen der gerade tagenden US-Notenbanker noch stärker fließen zu lassen. Unternehmen haben den Charme, vor allem wenn es sich um so große Firmen die BFNS handelt, dass man nicht nur ein Quantum an Macht gekauft und in der Hand hält. Und wenn alles, was Papier ist, nichts mehr zählen sollte, hat man zumindest noch die Macht – eine clevere Startbedingung mit einem gewissen Abhängigkeitsfaktor für alle, die die Dienste brauchen – für den Fall der Fälle. Und wenn die sagenumwobene Konjunkturerholung in den USA kommen sollte – umso besser.
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10 Kommentare
Unglaublich. Er sagt in etwa: "Ich mach nur Geschäfte die ich verstehe"
44 Mrd. Dollar gegen Stahl einzutauschen, haben nichts mit "Aufschwung" zu tun. Nicht in seinem Alter und auch nicht bei 3,4 Mrd. Vorsteuergewinn/anno. Bei 6% Zinsen, wären das, Einkünfte von 2,64 Mrd. Ohne Bauchschmerzen.
Und er ist nicht als Zocker bekannt.
ich könnte es nicht besser ausdrücken
"Buffett liebt solche Wetten, sagte er"
Mit wem hat er gewettet? Wahnsinn. Klasse. Hut ab. Mal sehen wer gewinnt, er hat nichts zu verlieren.
aufeinmal alle anfingen zu klatschen.
Hab mich aber eher gefragt, on die
Rede, die vielleicht von den Amis geschrieben worden ist, noch mal anders übersetzt worden ist.
Wer weis, das Foto passt jedenfalls.
http://www.zwischenruf.at/wp-content/zug.jpg ;)
irgendwie hatte ich heute sofort das Gefühl das der Goldpreis-anstieg aus Buffets Eisenbahnkauf resultiert. Als Menschenfreund,wie Jim Rogers, Peter Schiff oder Marc Faber sehe ich Buffet nicht. Er "wettet auf den Aufschwung". Das ist schon recht frech. Hat er doch auf seiner letzten Hauptversammlung gesagt: "Ja, es wird eine Inflation geben und Eure Kinder werden es besser haben als Ihr."
Frank, Edelmetalle haben sicherlich alle Leser hier schon längst.Schreiben Sie doch mal einen Bericht, wie man an einem möglichen Anstieg der Agrarrohstoffe teilhaben kann, bei größtmöglicher Minimierung von Rollverlusten. Würde mich freuen.
Gruß Andre
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Was glauben sie in diesem Fall Herr Meyer ?
E.on will sein Fernleitungsnetz und einige Kraftwerke abgeben, die DB und Goldman Sachs solen interessiert sein.
Wenn alles im Eimer ist sieh wenigstens rechtzeitig zu, daß der Eimer Dir gehört ;-)
"Mit solchen Mitteln gewinnt man immer."
Er hat es kapiert, autark sein, ist nichts anrüchiges. Der Mann ist 79. Und kein "young professional" mehr. Ich glaube der brennt auch heimlich Schnaps.