Archiv für: September 2009
1939 – 2009 : Es bleibt alles beim alten
von Ronald Gehrt
Dazu, dass ich den verbal und medial unmittelbar bevorstehenden bzw. begonnenen Aufschwung der Weltwirtschaft für den größten Bluff der letzten Jahrzehnte halte, habe ich in den vergangenen Wochen viel geschrieben. Dazu, dass die meisten Menschen darauf bislang hereingefallen sind, zeugen hohe Aktieninvestitionsquoten der Privatanleger, während die Professionals tendenziell verkaufen und/oder sich mit Shortpositionen absichern...
Eine Krise des 21. Jahrhunderts
von Bill Bonner
Die Debatte um Inflation und Deflation wird heiß geführt... sie knistert und prasselt wie ein Kiefernfeuer. Aber sie strahlt auch ein wenig hilfreiches Licht aus. Abe Lincoln hat vielleicht im Lichte eines offenen Feuers gelesen. Aber als ich es versuchte, habe ich mir die Augenbrauen verbrannt. Das machte mir den Alten Abe verdächtig, vielleicht war er doch nicht so ehrlich, wie er vorgab. Später stellte ich fest, dass er ein Scharlatan war, aber das ist eine andere Geschichte.
„Durchwursteln“
von Philipp Vorndran (Flossbach & von Storch)
Die meisten Konjunktur- und Stimmungsindikatoren deuten darauf hin, dass die rezessive Entwicklung der Weltwirtschaft gestoppt werden konnte und zumindest kurzfristig wieder von einer wachsenden Wirtschaftsleistung ausgegangen werden kann. Inzwischen haben auch viele Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen nach oben revidiert. So rechnet das Kieler IfW laut aktuellster Einschätzung vom 09. September nun mit einem Rückgang des Welt-BIPs um 1,2% in diesem Jahr und einem Anstieg um 2,8% im nächsten Jahr, nachdem bislang –1,5% bzw. +2,3% prognostiziert wurden...
… doch dann ist es für Panik zu spät!
von Mack & Weise
„Never panic in financial markets. But if you panic, panic first.” (Börsenweisheit)
Die Ursachen und Folgen der 1929 in den USA geplatzten Verschuldungsblase wurden damals von den wenigsten rechtzeitig erkannt oder verstanden, obwohl die US-Gesamtverschuldung bereits zu diesem Zeitpunkt mit 165% gemessen am Bruttoinlandsprodukt eine noch nie zuvor gesehene Rekordmarke erreichte.
Vorwärts immer – rückwärts nimmer
von Frank Meyer (Kolumne aus den Lübecker Nachrichten vom 27.09.2009)
Die Hausse ist in die Monate gekommen. Wie viel Substanz steckt eigentlich dahinter? Oder war es nur das kostenlose Geld der Notenbanken, das die oft staatlich gestützten Spieler in Anlagenot brachte? Wenn Geld nichts kostet, sind steigende Kurse fast garantiert...
Gold, Geduld und der Popanz Weltregierung
von Manfred Gburek
War Ihnen unwohl, als der Goldpreis am Freitag vorübergehend unter 990 Dollar fiel und die Edelmetallaktien prozentual noch schwächer notierten? Falls ja, sollten Sie mal abschalten und an etwas anderes denken. Denn es nützt nichts, nach den Ursachen der kurzfristigen Kursachterbahn zu forschen, solange Sie einen möglichst hohen Gewinn – oder besser: die Erhaltung der Kaufkraft – in zwei, drei oder noch mehr Jahren anpeilen...
Letzte Urlaubstage
von Frank Meyer
Ich genieße die letzten schönen Tage in der Herbstsonne. 23 Grad Ende September... Ist das schon die Klimakatastrophe? Und... Gibt es ein Leben ohne den DAX hier im fernen Sachsen? Wenn er in Frankfurt herumzappelt, steht das erst einen Tag später in der Zeitung. Sehen Sie, die Krise ist nicht mal bis hierher gekommen. Hier ist schon immer Krise gewesen, sagte eine Freundin...
Alles was glänzt
von Bill Bonner
Unter all den Miseren, mit denen der Mensch auf seiner Reise von Wiege zu Bahre konfrontiert wird, gibt es nur wenige, die durch das Zentralbankwesen erleichtert werden können. Eine Kreditschrumpfung gehört dazu. Japan hat es bewiesen.
Trendsetter Ostdeutschland
von Frank Meyer
Ich bin auf Urlaubsfahrt durch meine alte Heimat. Die „blühenden Landschaften“ tragen gerade ein Herbstgewand. In wenigen Tagen wird auch im Vogtland gewählt, ohne große Erwartungen, wie man hört. In den letzten 20 Jahren hat man sich daran gewöhnen können, Versprechungen zu misstrauen. Warum soll es diesmal anders sein? Im Fernsehen kündigen Steinbrück und zu Guttenberg harte Einschnitte an, als ob das der gesunde Menschenverstand nicht ahnen würde. Und dabei haben die Messer längst schon und besonders im Osten tief geschnitten...
V wie Vehltritt
von Ronald Gehrt
ich halte die Erwartung, dass sich ausgerechnet die schwerste, tiefgreifendste Krise der letzten 80 Jahre leichtfü?ig und problemlos in Form einer v-f?rmigen Erholung in Luft aufl?st für ebenso daneben wie den orthographischen Fehltritt in der ?berschrift dieser Kolumne (wobei ich zugeben muss, dass derartiges Pidgin-Deutsch Spa? macht). Und aus dieser Meinung heraus erwarte ich, dass nicht nur die weltweite Wirtschaft, sondern auch die B?rsen in den kommenden Monaten erheblich auf Tauchstation gehen werden. Ich meine damit keine Korrektur oder ein kleines Rücksetzerchen, sondern einen massiven und (mindestens) ein halbes Jahr andauernden Abstieg.
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